respekt( vor t)ieren

Veröffentlicht auf von psilocix

...bin eben - auf Umwegen über Musik sortieren, Thomas D. und Lohas bei PETA gelandet. Und auch wenn ich die Politik so absolut nicht akzeptiere - die Ziele kann ich zu 99% unterschreiben. Sind immer so Sachen, über die ich gar nicht zu ausgiebig nachdenken darf, sonst... brr. Wobei genau das der Knackpunkt ist, wenn niemand darüber nachdenkt, wird es ewig so bleiben. Vegetarier - und nicht wirklich ovo-lacto - bin ich mittlerweile seit 18 Jahren, was in Hinblick auf mein Alter schon ziemlich gut ist, imho. *g* Wenn auch ursprünglich nicht, oder nicht hauptsächlich aus moralischen Gründen.

 

Normalerweise bin ich auch sicher nicht der Typ, der Leuten vorschreibt, wie sie ihr Leben zu leben haben - aber dieses himmelschreiende Ungleichgewicht, in einer Welt, in der die einen verhungern und die anderen an Übergewicht, Cholesterin und den Folgen sterben, weil sie es für gesund und richtig halten, täglich Fleisch - oder, schlimmer, die Press-Abfälle die teilweise als solches verkauft werden - zu essen, da wird mir einfach anders.

 

Es ist gar nicht so lange her, dass man eingeborene Stämme weltweit mehr den Tieren als den Menschen zugerechnet hat - gut, dass das heute nicht mehr so ist. Aber warum stecken wir immer noch Orang Utans in Zoos und experimentieren an Schimpansen...?

 

 

Ja, ich weiß, ich sitze im proverbialen Glashaus. Mein Vater ist - war - Zoohändler, wenn auch heute nur noch Aquaristik. Normalerweise gehört noch Terraristik dazu, aber 'wir' verkaufen mittlerweile auch prinzipiell keine Terrarientiere mehr, weil die artgerechte Haltung da einfach utopisch ist. Da sitzen handtellergroße Spinnen in nicht ganz schuhkartongroßen Becken. Zu welchem freudvollen Zweck? Damit Menschen sie angucken und sich mit ihnen brüsten können. Hunde, Katzen, meinetwegen auch noch diverse andere Haustiere sind domestiziert und auf den Menschen angewiesen, ziehen vermutlich auch ihre Vorteile aus dem Zusammenleben - gut, okay. Aber was machen Wildtiere in Tupperdosen auf Terraristikmessen? -.-

 

Keine Moralkeule - ich mache selbst genug Dinge, die ich eigentlich nicht machen dürfte. Medikamente lassen sich nur entweder in (Gelatine)Kapseln oder in (laktosehaltigen) Tabletten einnehmen, und sind ohnehin zum größten Teil an Tieren erforscht, ist mir klar. Und mein Dex beispielsweise, ebenfalls in Kapseln, habe ich auch oft genug ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen. Ich trage Lederschuhe und esse auch gelegentlich (den Veggie-Burger) bei Burgerking. Aber ganz ehrlich - richtig finde ich das alles nicht. :/

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C-Punkt 06/18/2010 16:41



Die Gedanken zum Respekt vor Mit-Viechern (Säuge-Viecher sind wir Menschen schließlich auch) in Ehren, aber bevor ich den Veggie-Börger oder das bißchen Gelatine von Medikamenten in Frage stellen
würde, käme mir da die Frage nach dem Umgang mit Energieträgern und Rohstoffen und damit nach dem Wohnen und Autofahren.


Ich kann es nicht mit Zahlen oder Studien belegen, aber die Stoffmengen, die z. B. für die Gewinnung des Öls und die Herstellung von Autos benötigt werden, dürften mit ihren Nebeneffekten
zusammen mit der Landversiegelung durch Straßen und Co. weitaus mehr Tiere das Leben kosten als ein Paar Lederhandschuhe.


Es geschieht nur weniger publikumswirksam, viel indirekter und ist damit kein für die Vermarktung durch PETA oder Greenpeace geeignetes Thema.


Und nein, ich will nicht auf Bäumen leben.


Anders ausgedrückt: Ich halte die Diskussion, ob Ovo-Lacto, vegan oder weiß der Kuckuck was für einen Nebenkriegs-Spielplatz ansonsten gelangweilter, orthodoxer Freßnazis. Und: Mit einer gewissen
Mäßigung nicht nur in Fragen der Ernährung und Kosmetik erweist man sich selbst und allen Viechern und Pflanzen sicher einen nicht ganz kleinen Gefallen.


Politiker nennen so etwas dann "nachhaltig". :-)



psilocix 06/18/2010 18:48



Ja, das sowieso. Das dachte ich abschließend auch noch, allerdings ist bei mir das direkte Unbehagen bei Dingen, die ich unmittelbar zu mir nehme, besonders ausgeprägt.