Tat tvam asi

I want to believe

Auf dieser Seite möchte ich versuchen, einen Einblick in die Dinge zu geben, an die ich glaube. Vorweg - ich will niemanden von irgendwas überzeugen, genausowenig wie ich selbst von irgendwas überzeugt werden möchte, zumindest nicht mit Gewalt. Ich höre mir gern die Meinungen und Ansichten anderer an, aber was ich letztlich glaube bestimmen allein die Erfahrungen die ich mache und die Schlüsse, zu denen mich meine eigenen Gedanken bringen. Wichtig ist mir dabei, dass ich damit niemandem frontal auf die Zehen trete, wenn es nicht unbedingt nötig ist - sprich, wenn niemand mir vorher zu nahe getreten ist. Notwehr muss erlaubt sein, aber eigentlich bin ich eher friedlich. ;)

Der Titel hier - I want to believe, zu 'Tat tvam asi' komme ich später - stammt aus meiner alltime-favorite-Fernsehserie, Akte X. Ja, ich weiß, eine Serie, wie uncool - aber ich liebe Akte X einfach. Die X-Files haben mir in einer schwierigen Zeit einen Fluchtraum geboten, mir immer wieder Hoffnung gegeben und mir nebenbei einfach so viel Freude bereitet, dass ich den Spaß am Leben auch in tiefster Depression nie komplett verloren habe. ...und dabei geht es in XF nicht einfach um Aliens - nicht, wenn man die Serie wirklich gut kennt. Viel mehr geht es um die Suche nach der Wahrheit, nach Dingen, an die man glauben kann, um Zweifel am eigenen Verstand und den eigenen Augen, und darum, mit Hilfe anderer sich selbst sehen zu lernen. Klingt esoterischesr als es eigentlich ist - I want to believe ist jedenfalls eine der zentralen Aussagen, und steht für das Bedürfnis des Menschen, zu hoffen und zu glauben - im Kontrast zu 'trustno1', vertraue niemanden, stelle alles erst in Frage und bleibe immer kritisch. Diesen zweiten Leit(/d)spruch habe ich mir vor 3 Jahren auf die Schulter tattoowieren lassen. Er ist ein Mahnmal, eine Erinnerung an das, was mein Vater mir als erstes Prinzip eingepflanzt hat: hinterfrage, denke für dich selbst. Diese Einstellung hat mich oft isolisert und sehr viel gekostet, aber auch sehr weit gebracht.

Mit Akte X habe ich also zuerst diese Suche nach der 'Wahrheit' begonnen - als pubertärer, depressiver Teenager, verunsichert und komplexbehaftet, und oft viel zu verkrampft. Heute glaube ich zu wissen, dass es eine ultimative Realität so überhaupt nicht gibt - es gibt die Dinge die wir sehen natürlich, größtenteils zumindest, aber sie sind gefärbt und verzehrt durch den jeweiligen, persönlichen Standpunkt und oft genug nur Projektionen oder Teilaspekte. Diese Grenzenlosigkeit hat mir früher oft Angst gemacht - mit meiner damaligen besten Freundin habe ich oft philosophiert, dass man nicht sicher sein könne dass, wenn man zum xten Mal beispielsweise die Tür zum Schulflur öffnet, sich dahinter wie gewohnt der Flur befindet. Natürlich ist es wahrscheinlich - aber sicher ist es nicht. Dafür hat man uns damals schon für verrückt erklärt... naja, aber damit kann ich leben, so ganz richtig ticke ich vermutlich auch wirklich nicht immer. *g*

Ich weiß, dass ich nichts weiß - aber ich habe Dinge gesehen, wahrgenommen, mit Hilfe von Meditation, Reisen und gezielter Bewußtseinserweiterung erlebt, die mich glauben, hoffen und vertrauen lassen. Ich sehe grundlegende Muster in dieser Welt, vom Großen bis ins kleinste übertragbare Codierungen in 1 und 0, positiv und negativ, schwarz und weiß, die alles dazwischen definieren, aus denen alles besteht. Diese Symmetrien, all diese perfekt ineinander greifenden Zahnräder lassen mich erahnen, dass das alles hier keine rein zufällige Konstellation ist. Das, und die überall in Musik, Literatur und Kunst versteckten Hinweise von Menschen, die anscheinend die gleichen seltsamen Zeichen sehen und in Worte zu fassen versuchen wie ich selbst.

Woran ich nun konkret glaube, bzw ob ich an einen Gott glaube... nun ja, nicht so direkt. Ich glaube nicht an ihn, muss ich auch nicht, schließlich sitzt er hier neben mir im Regal. XD



Darf ich vorstellen? Das ist Gott. Ihr dürft euch ruhig ein Bild von ihm machen, er nimmt es da nicht so genau. *g*
Gott ist so eine Art vorsintflutliches Perlsacktier, vermutlich sollte er ursprünglich mal einen Wombat darstellen. Mein Vater hat ihn anno 1987, als ich ein Jahr alt war, in Australien gefunden und mir per Post geschickt. Vor Kurzem habe ich ihn wiedergefunden, und mir fiel auf, dass er als einziges meiner über 300 Stofftiere keinen Namen hat - also, natürlich schon, aber ich hatte ihm keinen gegeben. Also muss er wohl Gott sein - klingt logisch, oder? Guckt ihm mal in die Augen, dann seht ihr es bestimmt auch. XD

...und was hat ein weinrotes Perlsacktier mit Barthaaren nun mit der Seitenüberschrift 'tat tvam asi' zu tun? Ganz einfach. Tat tvam asi ist ein Satz aus dem indischen Sanskrit, der intuitiven Lautsprache aller Dinge, den mir meine Musiklehrerin in der 13 - eine sehr weise, erleuchtete Person - mit auf den Weg gegeben hat. Es bedeutet soviel wie 'Werde der, der du bist' - je nach Übersetzung etwas anders, aber darauf läuft es hinaus. Der Satz ist Teil des buddhistischen Prinzip, nach dem jedes Wesen mehrfach wiedergeboren wird, je nach Lebenswandel auf unterschiedlichen Ebenen (welche davon nun genau der Mensch ist, darüber lässt sich streiten...), mit dem Ziel, irgendwann das Ego zu überwinden um zum Selbst - und damit zu Gott - vorzudringen und sich dabei selbst im Nirvana,zu verlieren, um der ewigen Reinkarnation ein Ende in Erleuchtung zu setzen.

Diese Idee ist nur eine von vielen ähnlichen Auslegungen, die Bibel und die heidnische Arda-Theorie sind auch nicht sonderlich weit davon entfernt, wenn man das alles mal weniger wörtlich begreift. Energie vergeht nicht - selbst mit wissenschaftlichen Mitteln lässt sich diese Aussage fassen, es läuft  eigentlich alles auf ein Kernprinzip des Seins, der schieren Existenz hinaus. Leben, Chi, Spiritualität... wie immer man es nennen will, Worte fassen diesen Zustand sowieso nur ungenügend.

Meine exakten, spezifischen Theorien sind sehr persönlich und sicher nichts für eine frei zugängliche Homepage - viele Hinweise darauf finden sich schon in dem Nickname unter dem dieser Blog läuft, Sangui Psilocix. Früher oder später wird darüber stolpern, wer mich näher kennt, und bisher hat es noch niemanden großartig schockiert, was vermutlich auch an der Art der Verpackung liegt.

Dazu gehört auch meine streng vegetarische, beinahe vegane Lebensweise. Irgendwann als Kind von fünf Jahren ist mir, beim Essen eines Schnitzels in einem Restaurant aufgegangen, dass ich da auf einem Tierkadaver rumkaue. Ich habe regelrecht bildlich ein Schwein vor mir gesehen... Resultat war, dass ich das Stück ausspucken musste und seit dem kein Fleisch mehr gegessen habe. Es war mir einfach extrem zuwider - nicht ideologisch oder rational, ich weiß, dass Menschen Allesfresser sind und Fleisch Teil dieser Ernährung ist, aber für mich persönlich ist es einfach nichts. Ich halte niemandem vor, was er isst - das muss jeder für sich entscheiden. Genauso verlange ich aber auch für mich das Recht, meine eigene Ernährung selbst zu bestimmen. Ich meide weitestgehend Eier, Milchprodukte (das unter anderem auch wegen einer Laktoseunverträglichkeit. Sojamilch rulez!), Gelatine und ähnliches. Nicht wirklich strikt, wenn irgendwo nun mal etwas Sahne oder Eiweiss drin ist, nun ja, das kann ich ignorieren - aber ich achte bei Eiern strikt auf Freilandhaltung, esse keine Gummibärchen, nehme meine Medikamente in Tabletten statt Kapselform und kaufe wo es irgend möglich ist Bionahrungsmittel. Leider ist man da als Student finanziell etwas eingeschränkt, aber ich tue, was ich kann. Um es mit Thomas D. zu sagen: 'Nicht Fleisch, nicht Fisch, Ich speiß von diesem Tisch nicht,  heißt was mich betrifft ist, das Leben eines Wesens zu nehmen wie Gift, Ich hab gedacht ich sags nicht, doch so manch einer fragt mich, sag ich ich ertrags nicht, dass mein Karma durch Kadaver geplagt ist.' beziehungsweise auch 'Wenn du kriegst was du gibst, bist was du isst, weißt, was das heißt, alles kommt zurück.'
Respekt vor dem Leben anderer schließt für mich Fleisch, Fisch und Geflügel einfach aus.



Warum ich das alles hier aufschreibe? Mir hat es sehr geholfen, an all diese Dinge glauben zu können, ohne mich selbst belügen zu müssen. Ich fühle mich besser, freier, authentischer seit ich auf diesen Wegen immer mehr zu mir selbst gefunden habe, und ich glaube, dass es vielen Menschen ebenfalls helfen könnte, mit sich ins Reine zu kommen. Natürlich muss jeder seinen eigenen Weg gehen und aus eigenen Fehlern lernen, aber falls dieser Text ein Anstoß zum Nachdenken sein kann - dann habe ich im Prinzip schon alles erreicht, was ich wollte.

Mit thermonuklearen Grüßen,

psi




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