Abgrund

Veröffentlicht auf von psilocix


Krankes Hirn,
die Grenzen suchend,
tastet Schreckvisionen ab,
gräbt sich eigenhändig
fluchend
tief, zu tief, das Terrorgrab

Lässt der Sog,
Gedanken kreisend,
mich trotz allem Kampf nicht los,
drückt mich nieder,
zwingt mich runter,
sinkend in der Erde Schoß.

Eine nur von vielen Fluchten
tief, zu tief, hinab, hinab,
nur ich kenne diese Schluchten,
Terrorgrab, mein Terrorgrab.

Jage atemlos durch Zeilen,
will nichts spüren,
will nichts sehen,
und kein Reim
kein Vers kann halten,
was bleibt – aufrecht untergehen.

Alter Dämon
zuverlässig,
lässt er sich von mir beschwören,
und ich stehe
fasziniert und
lasse ihn mich selbst zerstören.

Wonach strebe ich so lange,
viel zu tief, hinab, hinab,
sag mir nur wonach ich suche,
Terrorgrab, mein Terrorgrab.

Was verdiente
diesen Fluch mir?
Soll er gar mein Segen sein?
Treibt mich um,
hetzt mich gerade-
wegs ins Terrorgrab hinein.

Schatten der mich zittern macht,
Versteckspiel
Das mein Leben dauert,
in dem Wissen
dass dort unten
blutrünstig Erlösung lauert.

Lass mich hier zur Ruhe kommen,
tief, so tief, hinab, hinab,
schließe dich, lass mich vergessen,
Terrorgrab, mein Terrorgrab.

Ist es doch die gleiche Kälte
die mich wärmte,
Nacht für Nacht,
Dunkelheit die mich
erhellte
ließ das Licht mich unbedacht.

Wozu soll die Welt erkennen
wie es ist
bei Nacht zu sehen;
Was sollte mich hier noch halten,
lasst mich frei sein,
lasst mich gehen.

Endlich lasse ich mich fallen,
tief, so tief, hinab, hinab,
fang mich auf, du mein Erlöser,
Terrorgrab, mein Terrorgrab.

 

tn1, 03.Juni 2006

 

 

geschrieben im Entzug, 'Terrorgrab' by S.

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Veröffentlicht in irre-parabel

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