Lebendig begraben
Nehmt es ab!
Ich will atmen -
Luft wie Teer,
klebrig, schwarz,
undurchdringliche Masse;
umschließt,
umarmt zum Todeskuss,
füllt meine Lungen,
meinen Körper mit Leere.
Nehmt es ab!
Ich will sehen -
gleißendes Licht fällt,
rasiermesserscharf,
gebündelt durch staubige Trübe;
zerteilt den Raum und meine Wahrnehmung,
zerrt gewaltsam
Schreckensbilder
vor meine blinden Augen.
Oh, nehmt es ab...
Ich will fühlen.
Klammes Tuch,
bedrängend, heiß,
auflösende Fasern
umhüllen jeden Zentimeter meiner Haut,
betäuben,
verwischen Konturen,
dämpfen jeden klärenden Reiz.
Nehmt es mir ab,
ich will leben!
Erstickende Hände,
fahle Haut
die um mürbe Knochen spannt.
Sie legen sich um meine Hals,
zitternd.
Nur eine Berührung
was bleibt, als Asche?
Leichentuch.